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Arbeit mit dem vokalqualitätsorientierten Ansatz

Der vokalqualitätsorientierte Ansatz (VQA) ist ein didaktischer Ansatz, der Schülerinnen und Schüler insbesondere bei der Schreibung von Doppelkonsonanz unterstützen kann, indem er Vokale nicht nur auf ihre Länge (Quantität) reduziert, sondern die Unterschiede in der Klangfarbe (Qualität) bewusst in den Fokus nimmt.

Mit dem VQA wird kein eigenständiges Lehrwerk geliefert, sondern das Vorhandene ergänzt, modifiziert und erweitert.

Das bewusste Wahrnehmen und explizite Benennen der unterschiedlichen Vokalqualitäten schon in den frühen Phasen des Schreiblernprozesses eröffnet einen weiteren Zugang zur differenzierteren Wahrnehmung der Lautsprache und fördert das Vertrauen in die Fähigkeit, diese korrekt analysieren zu können. Die verbesserte Fähigkeit zur differenzierten Analyse der Vokalqualität kann die Sicherheit bei der Anwendung der resultierenden Regeln in der Schriftsprache erhöhen.

Eigenschaften der Vokale

Im Deutschen wird je nach Modell zwischen rund 20 Vokalen in der gesprochenen Sprache unterschieden. Die große Anzahl unterschiedlicher Vokale lässt sich z.T. auf die ungespannten (kurzen) und gespannten (langen) Vokale zurückführen. In der Schriftsprache steht diesen jeweils nur ein Buchstabe ge-genüber, was eine Herausforderung für Lernende darstellen kann
Ungespannte und gespannte Vokale unterscheiden sich in zwei Eigenschaften:

Jeder Vokal lässt sich durch seine spezifische Klangfarbe eindeutig erkennen. Physikalisch entsteht diese durch die charakteristische Vertei-lung der akustischen Energie über den hörbaren Frequenzbereich.
Die Quantität bezeichnet die zeitliche Ausdehnung eines Vokals.

Beachten der Vokalqualität von Beginn an

Im Anfangsunterricht stellt die vokale Lautwahrnehmung eine zentrale Herausforderung dar. Besonders die Vokale sind von dialektalen bzw. regionalen Aussprachebesonderheiten betroffen. Lernende im Anfangsunterricht müssen sich daher in dieser Phase damit auseinandersetzen, dass die Lautklassifizierung, ebenso wie die Schriftsprache, auf einer standardlautlichen Aussprache basieren. Mit dem Schreibenlernen sollen die Kinder zunehmend ein Gespür für standardlautliche Formen entwickeln.

Die Vermittlung der Kompetenzen kann grob in drei Phasen aufgeteilt werden.

In der ersten Phase wird die Aufmerksamkeit auf die Vokale und ihre unterschiedlichen Qualitäten gelenkt.

In dieser Phase geht es um die Wahrnehmung und Reproduktion der tatsächlichen Laute und nicht um die Bezeichnung der zugehörigen Schriftzeichen. Auf diese Weise kann schon vor oder zu Beginn des Schriftspracherwerbs die Aufmerksamkeit auf den für die Rechtschreibung wichtigen Unterschied gelenkt werden und die Fähigkeit zur Analyse der gesprochenen Sprache gefördert werden.

In der zweiten Phase werden die Vokalqualitäten kategorisiert.
Dabei können die Begriffe „gespannt vs. unge-spannt“ oder „geschlossen vs. offen“ genutzt werden. Die verbreitete Bezeichnung „lang vs. kurz“ ist prinzipiell auch möglich, lenkt aber die Aufmerksamkeit weg von der Vokalqualität auf die meist schwerer zu unterscheidende zeitliche Dauer der Vokale.
In dieser Phase können die Vokale in der Schrift mit diakritischen Unterzeichen versehen werden. Dabei kann das Vorstellungsbild eines gespannten oder ungespannten Gummibands unterstützen. Gespannte (lange) Vokale können z.B. durch einen Strich (gespanntes/ langes Gummiband) gekennzeichnet werden, ungespannte (kurze) Vokale durch einen Punkt oder eine Wellenlinie (ungespanntes, zusammengeknäueltes Gummiband).

In der dritten Phase wird ein Bezug zur Markierung der Vokalqualität in der Schriftsprache durch Mehrfach- bzw. Doppelkonsonanz hergestellt.
Zur Vermittlung und Übung sind zwei Ansätze verbreitet. Sowohl bei Ansätzen, die die Schreibung direkt aus der Vokalqualität in der gesprochenen Sprache ableiten, als auch bei silbenbasierten Konzepten, ist die Fähigkeit zur Unterscheidung und Klassifikation der Vokalqualität zentral.

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